Erste Führung (Exkursion) auf der Schmidtenhöhe

Am Samstag, dem 18.01.2014 fand bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen die erste Führung (Exkursion) des Jahres zu den Wintervögeln auf der Schmidtenhöhe bei Koblenz statt. Die Führung (Exkursion) wurde vom NABU Koblenz und Umgebung angeboten und von den fach- und ortskundigen NABU-Mitgliedern Heide Bollen und Heinz Strunk geleitet.

Die zwölf interessierten Teilnehmer trafen sich um 11:00 Uhr an der Zugangsschranke in der Nähe des Golfplatzes Denzerheide und wanderten von dort aus über die Panzerstraße zum Eingangstor des geschlossenen Weidebereiches. Hier hielt Heide Bollen eine kurze Begrüßungsansprache und erklärte das Prinzip der Beweidung durch große Huftiere.

Die Schmidtenhöhe weist als ehemaliger Truppenübungsplatz eine einzigartige Landschaftsstruktur auf, die durch das Befahren mit den schweren Panzern entstanden ist. Nur so konnte sich der Boden genügend verdichten, um zahlreiche kleine Tümpel entstehen zu lassen, in denen viele z.T. seltene Amphibien wie Gelbbauchunke, Geburtshelferkröte, Laubfrosch und alle vier in Deutschland vorkommenden Molcharten ideale Bedingungen vorfinden. Die Panzer hielten auch große Teile des Geländes frei, was die Entstehung artenreicher Blumenwiesen begünstigte und damit viele unterschiedliche Insekten und mit ihnen Vögel und Fledermäuse anlockte. Nach dem Abzug der Truppen drohte das Gelände zu verbuschen und seinen Artenreichtum zu verlieren. Dieser Entwicklung wird durch die Beweidung mit Taurusrindern und Konikpferden entgegengewirkt.

Nun brachen die Exkursionsteilnehmer voller Vorfreude auf zur dreistündigen Wanderung durch das Beweidungsgebiet.

Gleich zu Anfang erwarteten uns schon die Rinder, die den Besuchern neugierig entgegen schauten, sich dann aber weiter um ihr Futter kümmerten.

Außer einer kleinen Haubenmeise am Parkplatz ließen sich anfangs nur wenige Vögel sehen. Erst nach einiger Zeit hörten wir Gezwitscher und sahen auch schon viele kleine Vögel im Gebüsch flattern. Mit Hilfe von Ferngläsern und Spektiven (starken Fernrohren) konnten wir zahlreiche Vogelarten ausmachen: Grünfinken, Buchfinken und Schwanzmeisen, Eichelhäher und Amseln. Als wir näher heran kamen, ließen sie sich auch mit bloßem Auge gut beobachten. Wir hörten den Gesang von Misteldrosseln und Kohlmeisen, ein Mäusebussard rief. In der Ferne erspähten wir eine Rotdrossel in einem Baum. Kernbeißer und Fichtenkreuzschnäbel flogen über uns.

Nach längerer Suche entdeckten wir sogar einen Raubwürger auf einem Busch, einen sehr schönen Vogel, der leider nur noch selten bei uns brütet und jetzt als Wintergast vorkommt.

Später hörten wir noch den hohen Ruf eines Wintergoldhähnchens und einige Teilnehmer sahen diesen winzigen, flinken Vogel auch in den Zweigen einer Kiefer. Doch schnell war er wieder verschwunden.

Gegen Ende der Wanderung begegnete uns der Vogel des Jahres 2014, der Grünspecht. Gleich zwei von ihnen ließen sich in einem Weidenbusch nieder und konnten gut beobachtet werden.

Am Ausgangstor warteten die Koniks auf uns und näherten sich vorsichtig, um sich ein paar Streicheleinheiten abzuholen. Dann ging es über die Panzerstraße zurück zu den Autos. Aus den Fichten rief noch eine Tannenmeise.

Zum Abschluss stellten alle Teilnehmer zufrieden fest, dass wir für diese Jahreszeit mit 33 Arten erstaunlich viele Vögel zu Gesicht bekommen hatten!