Die Führung über die Schmidtenhöhe stand unter dem Motto „Vogelstimmen und Suche nach dem Grünspecht“.

Am Anfang der Wanderung über die Beweidungsfläche informierte die Exkursionsleiterin Heide Bollen die Teilnehmer über die Entstehungsgeschichte und heutige Maßnahmen zum Erhalt der einmaligen Struktur des Gebietes.

Durch die Jahrzehnte lange Nutzung als Truppenübungsgelände und dadurch verursachte Bodenverdichtung und -freilegung konnten sich über 300 kleine Teiche halten, die heute die Grundlage für den hohen Amphibienbestand bilden. Um den Zustand des Geländes zu erhalten, wird es mit Taurusrindern und Konikpferden beweidet. Eine zusätzliche Maßnahme ist jedoch, einmal jährlich nach Abschluss der Brutperiode mit schweren Fahrzeugen auf festgelegten Strecke durch das Gelände zu fahren. Das übernehmen die Military Vehicle Drivers (MCD), ein Verein privater Besitzer von Militärfahrzeugen.

Auf der nun folgenden Wanderung durch das Beweidungsgebiet gab es viele Vogelstimmen zu hören, die sich auch gut bestimmen ließen, nicht zuletzt auch dank der Fachkenntnis einiger Teilnehmer. So sang gleich zu Anfang eine Goldammer, einer der häufigsten Vögel der Schmidtenhöhe. Auch die Mönchsgrasmücken waren gut zu hören. Da die meisten Vögel im dichten Laubwerk saßen, mussten wir uns auf unsere Stimmenkenntnisse verlassen.

Ein paarmal hatten wir jedoch Glück und konnten die Tiere gut beobachten, wie ein Neuntöterpärchen, das lange auf einem kahlen Ast saß und sich durch das Spektiv von allen Teilnehmern lange betrachten ließ. Der Neuntöter ist eine eher seltene Vogelart. Er brütet auf der Schmidtenhöhe in mehreren Paaren. Heide Bollen erzählte, wie der Vogel zu seinem Namen kam: Er fängt große Insekten und kleine Wirbeltiere und spießt diese dann auf Dornen auf. Früher glaubten die Menschen, er beginne erst dann mit dem Verspeisen seiner Opfer, wenn er neun beisammen habe.

Lange hörten wir auch einen Kuckuck rufen und konnten im Birkengeäst kleine, flinke Schwanzmeisen beobachten.

Wir erfuhren auch einiges über die Amphibien, die auf der Schmidtenhöhe leben. So gibt es hier das größte Laubfroschvorkommen in Rheinland-Pfalz, dazu auch Geburtshelferkröten, Gelbbauchunken und vier verschiedene Molcharten. Die Teilnehmer äußerten den Wunsch, einmal eine Gelbbauchunke aus der Nähe zu sehen, und so versuchte Heide Bollen in einem der zahlreichen kleinen Tümpel eine zu fangen, was nach mehreren Versuchen auch gelang. So konnten alle die markante gelb-schwarze Unterseite der kleinen Unke, deren Musterung so einmalig ist wie ein Fingerabdruck, genau betrachten.

Auch die Koniks mit ihrem Fohlen ließen sich gut aus der Nähe beobachten. Selbst den Grünspecht konnten einige Teilnehmer sehen, als er von der Wiese, wo er nach Ameisen gesucht hatte, aufflog und im Laub der Bäume verschwand.

Am Ende der dreistündigen Wanderung gab es die ersten blühenden Orchideen zu sehen und auch die große Herde der Taurusrinder mit ihren hellbraunen kleinen Kälbern gab noch einmal ein schönes Bild ab.