Führungsrückblicke


20.05.2017

 

Im Reich des Froschkönigs

 

Bei schönem Wetter haben am Samstag, den 20. Mai 2017, 15 Teilnehmer davon 8 Kinder, an der Führung „Im Reich des Froschkönigs“ auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Schmidtenhöhe von 15:00 bis 18:00

Uhr teilgenommen.

Geleitet wurde die Amphibienexkursion von Stefan und Jenni Backes.

Los ging es an der Schranke zur Denzerheide. Viele kleine Tümpel sind auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz vorhanden, ein Paradies für Amphibien und Insekten, aber auch für Pflanzen, wie Stefan Backes den Teilnehmern anschaulich erläuterte.

 

Dabei lernten wir den Unterschied zwischen Froschlurchen und Schwanzlurchen in der Theorie kennen und

gingen anschließend begeistert und neugierig mit Stefan und Jenni Backes zu den Teichen, um die Amphibien in der Natur zu entdecken.

 

Wir lernten etliche Wasserlebewesen kennen, wie z.B. Teichmolch, Kammmolch und Gelbbauchunke und am

Ende der 3-stündigen Führung kreuzte ein Laubfrosch unseren Weg.

 

Nach einer spannenden Suche wurde dann der Froschkönig von einer jungen Teilnehmerin tatsächlich auch gefunden.

 

Die Kinder und auch die Erwachsenen waren begeistert von der Amphibienexkursion und werden bestimmt bald bei einer der nächsten Führungen auf der Schmidtenhöhe wieder dabei sein.

 

Text: Conny Knopp

Bilder: Jenni Backes und Conny Knopp

 


02.04.2017

 

Echte Gespenster entdeckt

Naturkundliche Exkursion zur Festung Ehrenbreitstein

 

Unter der Leitung von Diplom Biologe Volker Hartmann, Johannes Zühlke und Diplom-Agraringenieurin Eva Reimann konnten 35 Teilnehmer der Exkursion "Die echten Gespenster der Festung Ehrenbreitstein" viel Unbekanntes, Verstecktes und auch Einzigartiges entdecken.

 

Mit der melodischen Untermalung von Rotkehlchen, Mönchsgrasmücke, Zaunkönig und Co, ging es am Sonntagnachmittag, 2. April, den Felsenweg hinauf zur Festung. Auf dem Weg dorthin kamen Pflanzenfreunde voll auf ihre Kosten. An den Berghängen sind derzeit die wunderschön gelben Blüten des Goldlacks zu sehen. Daneben wachsen unter anderem Flieder, Löwenzahn und das Frühlings-Hungerblümchen. Genießen konnten die Teilnehmer die Tour mit allen Sinnen und so wurden die Knoblauchsrauke und die Blüten der weißen Taubnessel nicht nur beschnuppert, sondern auch geschmacklich ausprobiert.

 

Über die Pflanzenvielfalt ist die Insektenwelt auch sehr glücklich. Viele Bienen, Hummeln und Schmetterlinge waren an diesem herrlichen Frühlingstag unterwegs. Darunter auch ein Aurorafalter. Ein ganz besonderes Insekt faszinierte die Naturinteressierten. Denn am Fuß der Festung wohnt ein Löwe. Die Larve der Ameisenjungfer, der sogenannte Ameisenlöwe, lauert in selbst gegrabenen Bodentrichtern auf seine Beute. Wenn Ameisen, kleine Käfer oder Raupen dort hineinlaufen, kommen sie nicht wieder heraus, weil sie durch den lockeren Sand zum Grund des Trichters rutschen. Die großen Zangen des Insekts musste man sich allerdings in der Becherlupe ansehen, denn der Ameisenlöwe ist nur 17mm klein.

 

An den Felshängen und auf den Festungsmauern sitzen in diesen Tagen auch Mauereidechsen, die sich in der Frühlingssonne aufwärmen und sich damit auf die Jagd vorbereiten. Für die Exkursions-Teilnehmer war es besonders faszinierend diese Tiere beim Hinaufklettern der steilen Felswände zu beobachten. Zu den Besonderheiten des Tages gehörte auch die Sichtung der Schlingnatter. Teilnehmer fanden ein Jungtier am Wegesrand. Spätestens jetzt war man begeistert von der Artenvielfalt. Acht Fledermausarten wurden auf der Festung Ehrenbreitstein nachgewiesen, um diese zu sehen, war es allerdings noch zu früh. Genauso für den Uhu, Deutschlands größte Eulenart. Ein Pärchen brütet auf dem Felsvorsprung und ist genauso wie die Fledermäuse in der Nacht auf der Jagd nach Beute. Zu sehen gab es stattdessen Turmfalken und Dohlen, die entweder gerade dabei sind Nester zu bauen oder schon brüten.

 

Die Exkursion hat bewiesen, dass es sich lohnt, die Festung Ehrenbreitstein zu Fuß zu erklimmen, um die echten Gespenster entdecken zu können.

 

Text und Film: Sonja Gembus


12.03.2017 - Naturerlebnis „halboffene Weidelandschaft Schmidtenhöhe“ – der Frühling

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12-03-2017- Ein Naturerlebnis auf derSch
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24.02.2017

 

Waldkauz Exkursion

 

Hu huhu huu - war am

Freitagabend, 24.2., als Antwort aus den Baumkronen zu hören, nachdem NABU Vorsitzender Heinz Strunk mit Hilfe einer Lockpfeife nach dem lautlosen Jäger der Nacht gerufen hatte. In einer spätabendlichen NABU Exkursion auf der Schmidtenhöhe wurde der Waldkauz - Vogel des Jahres 2017 - genauer vorgestellt.

 

Gleich fünf Waldkäuze waren an diesem Abend zu hören. Sowohl die Rufe des Männchens, die man zuvor sicher schon in zahlreichen unheimlichen Filmen zu hören bekommen hat, als auch die Antworten der Weibchen. Findet sich ein Waldkauzpaar, so bleibt es ein Leben lang zusammen. Die ersten Balzrufe des Waldkauzes sind schon im Herbst zu hören, die eigentliche Balz ist jedoch erst im Frühjahr in der Nähe des Brutplatzes. Man hört dann die Rufe von Männchen und Weibchen. So auch an diesem Freitagabend.

 

Los ging es an der Schranke zur Denzerheide, an der sich rund 20 interessierte Exkursionsteilnehmer versammelten. Leiter der Exkursion und NABU Vorsitzender Heinz Strunk informierte an diesem Abend über Lebensart, Aussehen, Verbreitung, Gefährdung und Schutz dieser einheimischen Nachtgreifvögel. Waldkäuze sind nicht nur im Wald zu Hause. Auch wenn sie sich in Laub-und Mischwäldern am Wohlsten fühlen, findet man den Kauz auch in städtischen Parkanlagen und Gärten mit altem Baumbestand, wo er seine Bruthöhle finden kann.

 

Zu Gesicht bekommt man den Waldkauz mit seinem braunen Gefieder selten. Tagsüber hebt er sich farblich kaum von der Baumrinde ab und nachts fliegt er lautlos durch sein Revier. Auf seinem Speiseplan stehen vor allem

Mäuse, aber auch Frösche, Würmer und Kleinvögel. Manchmal kann er aber auch ein Eichhörnchen oder ein Kaninchen erbeuten. Unverdauliche Nahrungsteile werden in Gewöllen wieder herausgewürgt. Diese geben nicht nur wieder, was der Kauz verspeist hat, sondern kann auch Aufschluss über seinen Gesundheitszustand

geben, erklärte Heinz Strunk anhand eines Gewölles, das er vor einiger Zeit auf der Schmidtenhöhe gefunden hatte und nun den Exkursionsteilnehmern präsentierte. Besonders gefährdet ist der Waldkauz durch die Zerstörung seines Lebensraumes. Das Fällen alter Höhlenbäume in Wald, Park und Garten ist die größte Gefahr für einen gesunden Eulenbestand. Stellvertretend für alle Eulenarten wurde aus diesem Grund der Waldkauz zum Vogel des Jahres gewählt, um auf diese Bedrohung hinzuweisen. Es gilt also zukünftig die Wohnungsnot der Nachtgreifvögel zu beenden.

 

Auf der Suche nach dem Vogel des Jahres 2017 waren an diesem Exkursionsabend Ende Februar zudem noch zwei Nilgänse und sogar drei Waldschnepfen auf der Schmidtenhöhe zu sehen. Also war die Exkursion ein voller Erfolg mit vielen Highlights.

 

Text und Fotos: Sonja Gembus