Bundesfachausschuß „Weidelandschaften und Neue Wildnis“.

NABU-Gruppe Koblenz und Umgebung richtet Tagung des Bundesfachausschusses „Weidelandschaften und Neue Wildnis“ „ aus.

 

Einmal im Jahr tagt, an wechselnden Orten in Deutschland, der in 2005 ins Leben gerufene Bundesfachausschuss (BFA) „Weidelandschaften und Neue Wildnis“

In 2014 wird die vom 13. bis 15.06.2014 andauernde Tagung von der NABU-Gruppe Koblenz und Umgebung organisiert und begleitet.

Gegründet worden war der BFA aus dem Bedürfnis vieler Praktiker, Naturschutzgruppen und Forscher heraus, nach einem Forum für den Erfahrungsaustausch zu suchen sowie einer Interessenvertretung für Ganzjahresweideprojekte.

Geleitet wird der BFA seit vielen Jahren von Michael Steven vom NABU-Woldenhof (Ostfriesland).

 

Selbst definierter Zweck des BFA ist die Förderung der extensiven Beweidung zur Erhaltung wertvoller Kulturlandschaften, der Schaffung großräumiger „Naturnaher Weidelandschaften“ und der Naturentwicklung mit großen Pflanzenfressern in Form der „Neuen Wildnis“. Hierbei wird die Herbivorie als ein ökologischer Schlüsselpro-zess verstanden, der kontinuierlich von der Naturlandschaft über die Hutelandschaft bis zur bäuerlichen Kulturlandschaft die typische Artenvielfalt mitteleuropäischer Ö-kosysteme erhalten, das Landschaftsbild geprägt und die natürliche Dynamik geför-dert hat. Dazu sollen die fachlichen Grundlagen erweitert, die gesellschaftliche Un-terstützung erhöht und die Kernkompetenz des NABU in der praktischen Umsetzung ausgebaut werden.

Schwerpunkte der Arbeit sind seitdem:

• Jährliche Treffen für den Erfahrungsaustausch unter den Beweidungsprojektbetreibern

• Informations- und Erfahrungsaustausch sowie Diskussion problematischer  Sachverhalte

• Exkursionen in Weideprojektgebiete

• Entwicklung gemeinsamer Initiativen für die Verbesserung der  Rahmenbedingungen von Beweidungsprojekten

• Aufbauunterstützung für neue Beweidungsprojekte

• Bereitstellung von Praxisempfehlungen für den Aufbau und den Betrieb von  Beweidungsprojekten

• Unterstützung und Initiierung von Forschungsprojekten zu Weidelandschaften

Die NABU-Gruppe Koblenz wird den aus ganz Deutschland zusammenkommen-den Experten, im Rahmen einer Exkursion das größte in Rheinland-Pfalz bestehende Beweidungsprojekt auf der Schmidtenhöhe vorstellen.

Hauptthemen werden dabei das Herdenmanagment, veterinärmedizinische Forderungen und die Schlachtung auf der Weide sein.

Auch die Besucherlenkung sowie die zahlreichen Führungen durch das Beweidungsgebiet werden ein Thema sein.

Die Besonderheit an diesem Beweidungsprojekt ist die Tatsache, dass hier eine Beweidung mit Heckrindern und Konikpferden in einem sehr sensiblen Gebiet (Natura-2000-Gebiet, das gleichzeitig auch FFH-Gebiet ist) durchgeführt wird.

Bislang konnten die in diesem Zusammenhang stehenden Auswirkungen auf die artenreiche Amphibienwelt, die Orchideenvorkommen, Insekten-, Spinnen- und Libellenarten, Fledermäuse und die Vogelarten sowie die sonstigen botanischen Besonderheiten als durchaus positiv bewertet werden.

 

Eine weitere Exkursion wird in das Beweidungsprojekt Mündersbach führen.

In dem seit einem Jahr eine Beweidung ausschließlich mit Heckrindern in einem relativ feuchten Gebiet betrieben wird.

 

Text- und Bildautor: A. Haberzettl, NABU Koblenz und Umgebung 

 

 

Taurisrinder und Konikpferde auf der "Schmidtenhöhe"